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| Gründer
und Wegbereiter der Individualpsychologie |
Alfred Adler
Rudolf Dreikurs
Erik Blumenthal
Theo und Antonia Schoenaker
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| Alfred Adler (1870
- 1937) |
„Alle
menschlichen Verfehlungen sind
das Ergebnis eines Mangels an Liebe.“ |
Alfred Adler, Arzt und Psychotherapeut,
war überzeugt
von der Gleichwertigkeit aller Menschen. Diese Auffassung
trennte ihn u.a. von Sigmund Freud, mit dem ihn zunächst
10 Jahre lang ein enges Arbeitsverhältnis verband.
Auch Freuds Sicht des Menschen als triebgesteuertes Wesen
teilte Adler nicht. Nach seiner Überzeugung wird menschliches
Verhalten von sozialen Bedürfnissen gelenkt.
Der Mensch als soziales Wesen
Ganzheitlichkeit, Zielgerichtetheit und soziale Gleichwertigkeit sind Grundprinzipien der Individualpsychologie.
Beispiel: Nur wenn man die Ziele eines Menschen versteht,
kann man auch sein Verhalten verstehen. Ziele aber kann
man selbst wählen. Jeder Mensch ist selbstbestimmt,
nicht Produkt seiner Vererbung, seiner Triebe oder der
Gesellschaft.
Individualpsychologische Haltung auch in Gesten
Adler lebte, was er lehrte. Dies
kam selbst in scheinbaren Kleinigkeiten zum Ausdruck. Wenn
er sich z.B. bei Therapien mit kleineren Kindern auf einen
Hocker setzte, um mit seinen kleinen Patienten in Augenhöhe
zu sein, so signalisierte dies: Du und ich, wir sind gleichwertig.
| Hauptwerke: |
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„Praxis und Theorie der Individualpsychologie“
(12.
Aufl. 2006) |
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„Menschenkenntnis“ (36. Aufl. 2003) |
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„Der Sinn des Lebens“ (20, Aufl.
1997) |
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| Rudolf Dreikurs (1897
- 1972) |
„Wir müssen die unglaubliche Kraft erkennen,
die in uns allen angelegt ist und die wir solange
nicht nutzen können, wie wir uns als Opfer fühlen.“ |
Rudolf Dreikurs, Arzt und Psychotherapeut
wie Adler, sah seine Lebensaufgabe in der Verbreitung
und Weiterentwicklung von Adlers Psychologie. Dies tat
er mit großem
Erfolg, denn er besaß die Gabe, Kompliziertes mit
einfachen Worten zu sagen. Die Menschen, ob Fachleute
oder Laien, verstanden ihn und er verstand die Menschen.
Mut zur Unvollkommenheit
Auch für Dreikurs war eine ausgeprägte positive
Haltung gegenüber den Menschen charakterisierend.
Dies drückte sich zum Beispiel darin aus, dass er
die Menschen ermutigte, ihre Unvollkommenheit anzunehmen.Die
Forderung „Mut zur Unvollkommenheit“ stammt
von Rudolf Dreikurs.
Ermutigung in der Erziehung
Eine besondere Kraft für die Förderung des
Selbstvertrauens und die Entwicklung von Fähigkeiten
liegt nach Dreikurs in der Ermutigung. Besonders Kinder
brauchen Ermutigung „wie eine Pflanze das Wasser“.
1937 ging Dreikurs in die USA. Er gründete Alfred-Adler-Institute
in Chicago und Tel Aviv, sowie die Vereinigung von Kinder-
und Elternberatungsstellen in Chicago.Mit seinen Arbeiten über
die Entstehung und Lösung
von Konflikten zwischen Eltern
und Kindern oder Paaren führte er die Individualpsychologie
zu internationaler Anerkennung. Bis in die Gegenwart übt
er mit seinen Werken großen Einfluss auf die Pädagogik
aus.
| Hauptwerke: |
 |
„Grundbegriffe
der Individualpsychologie“
(dt. 1969) |
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„Kinder fordern uns
heraus“
(mit Vicki Solz, 14. erw. Aufl.
2006) |
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„Kinder lernen aus
den Folgen. Wie man sich Schimpfen und Strafen
sparen kann.“
(mit Loren Grey,
35. Aufl. 2005) |
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| Erik
Blumenthal (1914 - 2004) |
„Der Mensch kann sich
entscheiden, ob er das Gute oder das Schlechte sehen
will. Die Dinge an sich haben keine Bedeutung, sondern
es ist der Mensch, der sie ihnen gibt.“ |
Was in diesem Zitat zum Ausdruck kommt, lebte Erik Blumenthal
selbst in überzeugender Weise. Als Sohn eines jüdischen
Arztes durfte er bei den Nazis zwar das Abitur machen,
nicht aber studieren. Dennoch ließ er sich nicht
entmutigen, sondern erlernte einen kaufmännischen
Beruf, ging vorübergehend
nach England und begann mit 38 Jahren, bereits Vater
von 3 Kindern, schließlich doch noch das ersehnte
Psychologiestudium.
Später lernte er Rudolf Dreikurs kennen, mit der
er lange Jahre zusammenarbeitete und mit dem ihn eine
tiefe Freundschaft verband.
Mit internationalen Vorträgen und zahlreichen Veröffentlichungen
hat Erik Blumenthal wesentlich zur Verbreitung der Individualpsychologie
beigetragen. |
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Antonia
Schoenaker
(1930 - 1994) |
„ Schau auf das, was da
ist.“ |
Antonia Schoenaker war mit ihrem
außergewöhnlichen
Gespür für Menschen eine ganz besondere Therapeutin.
Als ehemalige Opernsängerin wusste sie aus eigener
Erfahrung und langer Schulung, wie schwer es ist, sich
zu öffnen - und doch ist dies Voraussetzung dafür,
die eigenen Stärken voll ausschöpfen zu können.
So kannte sie viele nonverbare Zugänge, um sich
selbst und die eigenen Potentiale zu entdecken. Sie integrierte
Bewegung, Stimme und Musik in die therapeutische Selbsterfahrung.
Nonverbale Selbsterfahrung in Form von Konzentrativer
Bewegungstherapie und Maltherapie ist inzwischen fester
Bestandteil der Ausbildung am Adler-Schoenaker-Institut.
| Veröffentlichung: |
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„Die
neue Partnerschaft. Austausch in der
Nähe“ (mit Theo Schoenaker,
3. Aufl. 1989) |
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| Theo
Schoenaker (*1932) |
„Wenn du lächelst, übst
du das Lächeln Wenn du grübelst, übst
du das Grübeln. Wenn du deine Meinung sagst, übst
du deine Meinung sagen Wenn du den anderen annimmst,
wie er ist,
lernst du das Annehmen .“ |
Theo Schoenaker geht davon aus,
dass man selbst eingefahrene Verhaltensweisen durch Üben ändern
kann. Als Autor vieler Lebenshilfe- und Sachbücher
trägt er entscheidend zur Verbreitung
der Individualpsychologie und der Idee der Ermutigung
bei. Auch er besticht durch die Nähe zum Alltag
von Menschen und ist daher ein vielgefragter Vortragsredner.
Theo und Antonia Schoenaker konzipierten die Individualpsychologische
Sozialtherapie und die Individualpsychologische Stotterertherapie.
Gemeinsam gründeten sie auch das Rudolf-Dreikurs-Institut
(später Adler-Dreikurs-Institut), um die Individualpsychologie
möglichst
vielen Menschen zugänglich
zu machen
| Hauptwerke: |
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„Mut
tut gut“ (9. Aufl. 2000) |
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